Lieblingslied der Woche

Lieblingslied der Woche: Machine head – Now we die

Heute, wo es selbst unter Hipsterbuben üblich ist deathcorige Breakdownmassaker fürs erste gemeinsame Schmusipusi mit dem frisch eroberten Hipstermädchen bei etwas Wein und Kerzen-App-Flackern aus der iPod-Soundbar brettern zu lassen, kann man sich gar nicht mehr vorstellen, was für einen Eindruck Bands wie Pantera oder Korn gemacht haben, als ihre ersten Alben erschienen. Das war ein ganz neuer Wumms, eine Härte, wie man sie bis dato nicht kannte. Waren Metalalben vorher „hart“, wenn die Songs im Überschallbereich gezockt wurden, so setzte die neue Generation auf die Wucht von Sound und Groove. Und wir fanden’s geil. Auch Machine head schraubten mir mit ihrem Debüt „Burn my eyes“ 1994 den auditiven Cortex auf links. Natürlich waren es die Hits „Davidian“ und „Old“ die einen am ehesten auf der Tanzfläche austicken ließen, aber besonders hatte es mir „None but my own“ angetan, der bereits zeigte, dass da noch mehr als prollige Härte in der Band steckte. Schließlich sah die Combo auf ihren Fotos aus, als würden sie ihren Kaffee morgens direkt aus einer brennende Mülltonne zapfen, bevor sie auf dem Weg zur Arbeit im Schlachthaus noch ein gemütliches Drive-by-shooting zelebrierten. Als die Band dann mit „The burning red“ und „Supercharger“ allzu deutlich Richtung Numetal schielten, dachte ich die Band an Kommerz und Möchtegerncoolness verloren zu haben. Aber sie haben die Kurve gekriegt und seit „Through the ashes…“ eine satte Portion Progressive ihrem Sound hinzugefügt. Und das steht ihnen ausgesprochen gut. Entsprechend freudig erwarte ich den neuen Output „Bloodstones & diamonds“. Die erste Auskopplung jedenfalls verspricht wieder leckeres Futter für die Ohren, mächtig, episch und vielschichtig. Ob’s die Streicher gebraucht hätte… Man weiß es nicht. Solange sie die Finger von Opernsängerinnen lassen, kann ich damit leben.

 

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