Im Postrock/Texte

Im Postrock #002

Revolution_banksy  Und einen Tag später saßen wir wieder im Postrock und wieder waren wir alle zu besoffen, um all die schweren Themen zu besprechen, die wir besprachen. Es war viel hohles Blabla und Zigarettenqualm in der Luft. Es war Jan, der den Vorschlag machte, mit dem Gelaber aufzuhören und endlich rauszugehen und etwas zu tun. „Los, ab vor die Tür und Revolution, aber zackig“, sprach er und Bierschaum stob von seinen Lippen. „Alles klar“, sagten wir. „Geh schon mal vor, wir kommen gleich nach und rebellieren mit.“
Jan gab uns glücklich lächelnd ein „Jawoll“, bestellte sich noch ein Astra to go und verließ strammen Schrittes und auch sonst ziemlich stramm die Kneipe.
Wir redeten weiter und bestellten eine weitere Runde und dann noch was Kurzes für den Magen und einen auf die Gesundheit, weil Gesundheit unser wichtigstes Gut ist, Gesundheit, Freiheit und gute Zähne, darauf kommt es an. Scheiß auf iPhones und Zentralheizung. Gute Zähne herrschen. Aber voll. Darauf tranken wir noch ein Bierchen.
Es war kurz nach Eins, als uns Anneke schließlich rauswarf, um den Laden zu schließen. Als wir auf die Strasse traten, sahen wir eine paar brennende Autos und einen drumherum tanzenden Jan. Sirenen heulten und ihr Heulen kam schnell näher. Die Revolution hatte begonnen. „Scheiße“, stöhnte Motorkopp. Wir schnappten uns Jan und machten die Biege. Revolution ist ja gut und schön, aber Steffen hatte noch einen Kasten Bier bei sich zu Hause und auch in einer runderneuerten Gesellschaft muss man Prioritäten setzen. Und in dieser Nacht waren das ein Kasten Bier und nicht eingeknastet zu werden. Und gute Zähne.

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