Gedankenstrom/Jungsmusik

Wenn’s dann da ist, ist es doch irgendwie geiler als ich dachte.

jungmusik regal

Dienstag tapperte ich zur Post, um mein Paket mit Belegexemplaren abzuholen. JUNGSMUSIK, mein erster Roman, noch mal neu, diesmal bei einem der großen Verlage, mit neuem Cover. Natürlich ist man als Autor schon immer recht hibbelig, wenn ein neues Buch in den Startlöchern steht, aber in diesem Fall hielt sich die Vorfreude in Grenzen. ‚Nur eine Wiederveröffentlichung‘, dachte ich mir und zelebrierte die Öffnung typisch ostwestfälisch: Karton aufmachen, ein Exemplar rausholen, Cover kenn ich schon, Klappentext geht klar, Schriftbild ist halt Taschenbuch, alles roger, Muss ja. Danach erstmal einen Kaffee gekocht, aufgeräumt und Rucksack gepackt, es ging nach Hannover zu den Nachtbarden. Das alte Vorleseexemplar JUNGSMUSIK habe ich dann gegen ein neues eingetauscht, man muss ja hart representen und dann ab zum Bahnhof.

Im Zug schmöckerte ich mich durch ein Muckemagazin, aber so rechte Lesefreude wollte nicht aufkommen. Ich war irgendwie unkonzentriert. Wie von selbst wanderte meine Hand in den Rucksack, belästigte eine Brötchentüte, glitt vorbei an der Fanta-Flasche und erreichte ihr Ziel. Ich holte mein Buch hervor. Wog es in der Hand. Befühlte das Cover. Blätterte durch die Werbeanzeigen auf den Schlussseiten. Zum ersten Mal in meiner Veröffentlichungslaufbahn kannte ich keinen der beworbenen Autoren persönlich. Und dann schnupperte ich am Buch, während ich mit dem Daumen die Seiten durchflattern ließ.

Und mit einem Mal fühlte es sich richtig GUT an. So riechen die ganzen Regalmeter an Taschenbüchern, die ich zu Hause horte. In diesem Moment wurde mir klar, das in der nächsten Zeit (hoffentlich) sehr viele Menschen, die nicht auf Slams rumlaufen, sich nicht für kleinere Verlage interessieren oder für Metal, einfach mal so über das Buch stolpern werden, es lesen und vielleicht für gut befinden, ohne jemals was von mir gehört zu haben. So wie es mir mit so vielen anderen Autoren und Büchern ging und immer wieder geht.

In diesem Moment war ich sehr stolz. Und ein bisschen nervös. Aber ich könnte mich daran gewöhnen.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s