Gedankenstrom

Schriftstellermomente

… wenn man von jemanden gefragt wird, ob man denn „davon leben kann“ und dann überlegt: „Mein Freund du arbeitest bei Lidl an der Kasse/drehst den Leuten am Bahnhof ein „Süddeutsche“-Abo an/lässt dir von Fremden ins Taxi kotzen/[füge eine bliebige Tätigkeit für einen beliebigen Ausbeuter ein]“ und dann fragt man zurück: „Und du? Kannst du damit leben?“ und man wird nur verständnislos angeguckt.

… wenn man hochkonzentriert (oder völlig verpeilt, das kommt ganz auf die Sichtweise an) am Laptop sitzt und schreibt und ohne die Augen vom Bildschirm abzuwenden nach der Kaffeetasse greift, allerdings den Becher erwischt, der schon seit drei Tagen da rumsteht und der nur noch einen dickflüssig gewordenen Rest Koffeinmorast beinhaltet. Was man aber erst merkt, als es zu spät ist.

… wenn man bereits bei Seite 200 oder 300 seines neuen Epos angekommen ist, von dem man noch niemanden was erzählt hat und den man für den totalen Kracher hält und zwei, drei Tage, bevor man seinem Verleger Leseprobe und Exposee schicken will erscheint ein Buch mit genau dem total originellen Inhalt wie im eigenen Meisterwerk und sogar einem sehr ähnlichen Titel und man weiß, es ist scheißegal, das du die Idee selber hattest, jeder wird dir vorwerfen, du hättest geklaut. „Möchten sie dieses Dokument wirklich unwiderbringlich löschen?“   „Nein. Aber ja.“

… wenn man nach einer Lesung von einem Zuschauer erzählt bekommt, wie toll man ist und ob man denn bitte ein Buch signieren würde. Und natürlich würde man das machen und zückt den Stift und bekommt ein Buch hingelegt. Es ist von einem anderen Autoren.

… und manchmal, da steht man auf der Bühne und findet keinen Draht zum Publikum und dann fühlt man sich wie dieser Hund:

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