Neues aus Noirwegen

Willkømmen in Noirwegen!

Staatsflagge von Noirwegen

Staatsflagge von Noirwegen

Als mich mein alter Freund Gustaf Gustafssonson neulich besuchte, sprachen wir auch lang und breit über seine Heimat Noirwegen. Im Gegentum zu den anderen skandinavischen Ländern Schweden, Finnland, Dänemark und dem fast gleichnamigen Norwegen ist Noirwegen in unseren Breitengraden eher unbekannt. Selbst auf den handelsüblichen Weltkarten fehlt das schnuckelige ständig deprimierte kleine Land. Vermutlich hat es damit zu tun, das so gut wie niemand in diese Region reist. Selbst bei Google maps fehlt es, weil auf Satellitenbildern entweder Wolken oder graue Pixel zu sehen sind, die von den Kartographen für einen Bildfehler gehalten werden. Aber es ist nun mal ziemlich grau. Die Noirweger stört es nicht besonders, das man sie übersieht, beziehungsweise lassen sie sich nichts anmerken. „Wir würden uns auch nicht besuchen wollen“, sagen sie dann und seufzen. Die Noirweger seufzen oft. Sehr oft.

Auch Gustaf ist selten scharf darauf, mir etwas über seine Heimat zu erzählen, meist nur dann, wenn wir einen Abend lang sein mitgebrachtes Møt gezecht haben.  Er redet generell nicht viel, deswegen sind wir auch Freunde. Ich konnte ihm in zähen Runden jedoch immer mal wieder Fakten aus der Nase ziehen, die ich Euch, liebe Weltbürger, in unregelmäßigen Abständen hier präsentiere. Vielleicht kann ich damit einige der Irrtümer über Noirwegen ausräumen.

NOIRWEGEN – Land der Fjorde. Land der Seen und Wälder. Land der höchsten Selbstmordrate weltweit.

Wenn Gustaf von seiner Heimat spricht, dann sagt er oft, das Beste an Noirwegen ist woanders zu sein. Er besucht mich gerne in Bielefeld sagt er, da sei es so schön. Aber auch Magdeburg, die Abraumhalde Hoheward in Recklinghausen und Wolfsburg findet Gustaf schön. Man wird wohl etwas anspruchslos, wenn man aus Noirwegen kommt. Die Ostwestfalen findet Gustaf „ein bisschen zu fröhlich“ und nennt sie gerne „happy Hippies“ und lacht darüber auf noirwegische Art, das heißt er guckt etwas weniger deprimiert als sonst üblich und sein Mundwinkel zuckt. Dann sieht er aus wie ein suizidgefährdeter Basset. Wenn wir an einem regnerischen nebligen Tag spazieren gehen setzt er sich eine Sonnenbrille auf und cremt sich demonstrativ alle zehn Minuten mit Sonnenmilch ein und stöhnt und ächzt dabei (Kein Wunder, das die führende noirwegische Tageszeitung „Æchtzen et stønen“ heißt).

Nichtsdestrotz finde ich, das wir mehr über Noirwegen wissen sollten. Gustaf wird mich in den folgenden Wochen und Monaten mit Informationen versorgen, die ich für euch aus dem Noirwegischen ins Deutsche wuppe. (Die seltsame Grammatik macht es unmöglich, Noirwegisch einfach „nur“ zu übersetzen. Man muss es wuppen. Die Noirweger haben eine Schriftsprache entwickelt, die zu einem Dritteln aus Seufzen besteht. Sie haben sogar einen eigenen Kasus, den Notiv oder umgangssprachlich „Warumdasalles“-Fall.) Vielleicht können wir euch ja doch für dieses Land begeistern. Ich persönlich glaube, das es viele Zielgruppen für den noirwegischen Tourismus gibt. Emos, Type O Negative-Fanclubs oder Freunde des Bungeejumpens, schließlich ist Noirwegen auch das Land der zehntausend Brücken. Und die hat man sowieso fürs Runterspringen gebaut. Allerdings betreiben Noirweger nur das sogenannte „unroped bungee“. Sie verzichten auf das Seil. Und wenn sie es doch benutzen, binden sie es sich nicht am Fuß fest. So sind sie, die Noirweger. Nicht unbedingt lebensfroh, aber eigen.

Folgt mir den Norden und entdeckt eine neue Welt. Entdeckt NOIRWEGEN!

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